Top und Flop in Venedig


Der letzte Schwesterntrip führte uns 2023 in der Weihnachtszeit nach London. Nach einer Auszeit von zwei Jahren mit einigen unerwarteten Ereignissen, hatten wir wieder Zeit für eine Reise zu zweit. Wir entschieden uns für Venedig, und zwar zur turbulentesten Zeit im Jahr – zum Karneval in Venedig. Wir hatten im Vorfeld einiges in den Medien gesehen und gelesen. Was wir erlebten, sind Momente, die wir nicht vergessen werden. Oder auf Neudeutsch: Es war der Hammer!


Erzählen möchte ich von zwei Ereignissen, die mich erfreut und erzürnt haben. Durch Zufall sprachen wir mit einer Dame, die in der Schlange stand am Café Florian, direkt am Markusplatz. Das Florian Venezia gibt es seit 1720. Das ist ein „Muss“, wenn man in Venedig ist, sprudelte es aus ihr heraus. Das war so überzeugend, dass ich dachte: Okay – das gönnen wir uns! Ich lud meine Schwester ein. Wir stellten uns in die lange Reihe und warteten geduldig auf den Einlass. Es war ein Kommen und ein Gehen. Endlich am Eingang angelangt wurden wir äußerst freundlich empfangen und zum Tisch geführt. Das historische Ambiente, die elegant gekleideten und zuvorkommenden Ober und die Gäste, manche kostümiert, waren beeindruckend. Die Preise auch. Petra orderte einen Casanova Kakao. Ich hatte Lust auf einen Cappuccino. Als unsere Bestellung serviert wurde, war ich so überrascht, dass ich spontan zum Handy griff und die Leckereien im Bild festhielt. Das war in der Tat etwas sehr Besonderes. Qualität und Service auf höchstem Niveau, dachte ich. Die 17 € für einen Kakao waren es wert.


Anders lief es am letzten Abend vor dem Heimflug. Beim Bummeln hatten wir vorher eine kleine süße Bar entdeckt. Hinter der Theke stand eine freundliche Dame, die uns nett anlächelte. Hier nehmen wir einen Aperol und genießen den letzten Abend, schlug ich meiner Schwester vor. Doch es kam anders. Das Personal hatte gewechselt und hinter der Theke standen zwei junge Männer reichlich tätowiert, die eher mit sich selbst beschäftigt waren. Den Aperol Spritz bekamen wir lieblos in einem Wasserglas hingestellt. Ich bat darum, den Drink in ein Weinglas umzufüllen. Das wurde abgelehnt mit der Begründung, so würde man den Aperol trinken. Die Diskussion führte dazu, dass mir gesagt wurde, ich hätte keine Ahnung und schlussendlich die Aussage, ich könnte ja seinen Job machen. Ich wollte mich auf keinen Fall auf deren Niveau begeben. Wir zahlten, der Aperol im Wasserglas blieb unberührt und wir verließen die Bar. Wir waren maßlos empört!


So kann es gehen – Top oder Flop. In diesem Sinne, bis zum nächsten Bericht.